Afrika | Namibia

Wunderbare Tierwelt im Etosha Nationalpark

18. Juni 2018

Die erste Nacht im Zelt war besser als erwartet. Die Kinder haben beide sehr gut geschlafen, während Wolf und ich noch ein wenig am Feuer saßen. Es war zum Glück auch nicht ganz so kalt. Zu den Waschräumen hatten wir nur ein paar Schritte, für das Nötigste waren sie auch in Ordnung. Ich bin schon relativ früh wach und organisiere den Blog, soweit es mit dem Internet möglich ist. Wobei ich sagen muss, dass ich trotz Edge Bilder hochladen kann, das wäre in Deutschland nicht möglich, denke ich.

Ich überlege, ob ich zum Wasserloch gehen soll, aber dann wäre Charlie allein im Zelt, also warte ich und lese noch ein wenig. Es dauert nicht lang und Charlie ist wach. Wir beschließen gemeinsam zum Wasserloch zu gehen. Was anderes können wir auch gar nicht machen, denn alle Sachen liegen im Auto und wo der Schlüssel ist, weiß nur Wolf. Also laufen wir in unseren Schlafsachen los. Am Wasserloch ist gar nichts los, nur ein paar Rebhühner sind dort. Wir denken immer wieder, dass bestimmt gleich ein großes Tier kommen muss, weil die Rebhühner sich langsam zurückziehen. Es passiert nichts, also gehen wir zurück zum Zelt.

Wolf ist bereits dabei Wasser zu kochen und Lenny klettert aus dem Zelt. Na dann kann die Safari ja starten.

Nach dem Frühstück packen wir das Auto und starten in einen abenteuerreichen Tag. Die ersten Wasserlöcher waren nicht sehr gut besucht, die Fahrt in die Etosha Pfanne selber war beeindruckend, alles heller Boden bis zum Horizont, Wahnsinn. Ich dachte erst, dass die Salzpfanne vergleichbar mit der Salar De Uyuni ist, aber es ist doch ganz anders.

Wir entschließen uns zum einem Wasserloch abzubiegen, das nicht auf unserem Plan stand. Vorher sehen wir auf einer großen Fläche schon Zebras und Gnus grasen.

Am Wasserloch steht noch ein anderes Auto. Plötzlich klettert jemand aus dem Auto auf das Dach des Wagens und schaut nicht zum Wasserloch, sondern genau in die andere Richtung. Er erklärt Wolf, dass er zwei Löwen sieht, ein Weibchen gefolgt von einem Männchen. Wir suchen auch (zum Glück haben die Kinder Ferngläser) und werden fündig. Die Kinder sind ganz aufgeregt. Gespannt beobachten wir wohin die beiden Tiere laufen. Der Mann aus dem vorderen Auto scheint ein Safari Guide zu sein. Er vermutet, dass die Tiere auf dem Weg zum nächsten Wasserloch sind, das in der Richtung liegt. Wir beschließen den Tieren langsam zu folgen. Nach ein paar Minuten ändern sie die Richtung und laufen Richtung Straße und passieren sie. Eine Herde Antilopen beobachtet das Geschehen aufmerksam. Sie scheinen in höchster Alarmbereitschaft. Mittlerweile haben sich mehr Autos dazugesellt. Wir haben den entgegenkommenden Autos Bescheid gegeben, dass wir Löwen beobachten.

Es sieht so aus als ob die Löwin es auf die Antilopen abgesehen hat. Eines der Autos fährt vor, um besser sehen zu können. Pech für die Löwen, die Antilopen nutzen die Gelegenheit und verschwinden. Die Löwen verschwinden im hohen Gras.

Da sehen wir im Rückspiegel drei riesige graue Flecken. Drei Elefantenbullen kommen auf die Autos zu. Die schreiten mit einem sehr bestimmten, aber bedächtigen Gang auf die Straße zu, um sie zu überqueren. Ein Stück dahinter noch ein jüngerer und etwas kleinerer Elefantenbulle. Er ist vor dem Überqueren der Straße etwas vorsichtiger, stolziert dann aber auch an den Autos vorbei in Richtung Wasserloch. Ich bin überwältigt.

Danach schauen wir noch mal nach den Löwen. Sie haben sich mittlerweile wieder in Gang gesetzt und laufen in Richtung Kreuzung. Ein wunderbarer Moment.

Alle Autos fahren ganz langsam in einer Kolonne hinterher. Wir finden einen neuen Platz von dem wir gut sehen können und beobachten das Treiben. Sie scheinen es auf ein Gnu abgesehen zu haben. Die Löwin immer vorne weg und der Löwe mit etwas Abstand hinterher. Bei den Löwen jagen die Weibchen, die Männchen beschützen die Familie. Nach einigen Minuten kommt von der Rückbank die Bemerkung, dass jemand gaaanz dringend auf die Toilette muss. Wir entschieden uns ein Stück weiter zu fahren und den Park aus dem Auto heraus zu düngen. Aussteigen ist streng verboten. Es gibt einige Toiletten im Park, eine haben wir auch einmal ausprobiert. Nach unserem kleinen Exkurs halten wir noch mal am Löwenschauplatz an. Die Löwen streunen noch ein wenig herum, das Gnu kann entwischen. Für uns ist es Zeit zum Fort Namutoni zu fahren.

Dort fahren wir noch zwei Wasserlöcher an, die Giraffen haben wohl hier ihren Lieblingsplatz gefunden. An der Straße steht eine vermeintlich kleine Antilope, unser Tierbuch verrät uns, dass es doch keine Babyantilopen sind, sondern Dik Diks.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, schauen wir uns das Fort etwas genauer an. Es gibt nur noch einen Turm der bestiegen werden kann. Wolf war vor 10 Jahren schon mal hier, da war das Fort noch sehr glanzvoll. Heute ist es leider schon etwas in die Jahre gekommen und der früher so geschäftige Innenhof des Forts hat nur noch einen kleinen Laden und die Tür zur Treppe auf den Turm hinaus. Die nördliche Runde auf der in der Regenzeit Flamingos, Marabus und manchmal Pelikane zu sehen sind, war eher unspektakulär, da die Zugvögel zur Zeit nicht im Park sind.

Am Wasserloch, das wie ein Hochsicherheitstrakt gesichert ist, herrscht gähnende Leere. Wir sind eh alle kaputt und gehen pünktlich schlafen.

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